Zentrum für Ethik und Philosophie in der Praxis (ZEPP)
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Nachgefragt – Ethikgespräche an der LMU

nachgefragt 22_150"Nachgefragt" geht in die nächste Frage- und Diskussionsrunde. Wir interviewen – Sie haken nach: am Zentrum für Ethik und Philosophie in der Praxis wollen wir in diesen unruhigen Zeiten mit Ihnen zusammen über aktuelle Fragen der Ethik diskutieren.

Die Videos der vergangenen Vorträge finden Sie im Archiv.

Zeit: 19:30-21:00 Uhr, s.t.

Ort: Raum M 210 (Raumfinder) und Zoom (hybrid)

Anmeldung: Am Ende der Seite



Programm Wintersemester 2021/22

DatumThemaReferent:in
26. April 2022 Kann philosophische Bildung die Welt verbessern? Prof. Dr. Anne Burkard
21. Juni 2022 Steuergerechtigkeit Prof. Dr. Thomas Rixen
12. Juli 2022 Einblicke in die Neuroethik Prof. Dr. Dr. Orsolya Friedrich


26. April 2022 – Kann philosophische Bildung die Welt verbessern? mit Anne Burkard

burkardAnne Burkard ist Professorin für Didaktik der Philosophie und das Fach Werte und Normen an der Georg-August-Universität Göttingen. Sie hat an der Humboldt-Universität zu Berlin Philosophie und Englisch studiert und wurde dort mit einer metaethischen Arbeit zu Intuitionen in der Ethik promoviert. Nach ihrer Zeit als Lehrerin an einer Berliner Gesamtschule war Burkard zunächst als Juniorprofessorin in Köln tätig, seit 2019 lehrt und forscht sie in Göttingen. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen die Fragen: Wie lassen sich argumentative Fähigkeiten im philosophischen Unterricht besser fördern? Wie gehen wir mit naiver Skepsis und naivem Relativismus Lernender um? Was kann philosophische Bildung überhaupt leisten?

Trotz zunehmender Bemühungen der akademischen Philosophie um eine veränderte Wahrnehmung ihrer Disziplin in der Öffentlichkeit (z.B. im Rahmen von PhilPublica), bleibt das Bild von Philosophie wohl mindestens ambivalent. Den einen scheinen ihre Vertreter:innen primär vielgeschwätzig daherzureden, den anderen gelten sie als schwer verständliche und realitätsfremde Welterklärer. Auch der Status des Philosophie- und Ethikunterrichts ist prekär, in aller Regel hat er in Deutschland lediglich den Status eines Wahl- oder Ersatzfaches. Zugleich scheint es aber auch eine Faszination für Philosophie in der breiteren Öffentlichkeit zu geben. So wird Philosophie häufig mit Orientierungserwartungen verbunden. Besonders im schulischen Kontext kommen noch Ansprüche der Wertevermittlung hinzu, ebenso wie mehr oder weniger diffuse Vorstellungen davon, dass Philosophie einen besonderen Bildungswert hat. Was aber können Philosophie und philosophische Bildung tatsächlich leisten? Handelt es sich dabei um einen luxuriösen Zeitvertreib, auf den wir in Krisenzeiten keine Ressourcen verschwenden sollten? Oder kann philosophische Bildung gerade in Zeiten wie diesen einen wertvollen Beitrag leisten – und wenn ja, worin genau könnte dieser bestehen?

21. Juni 2022 – Steuergerechtigkeit mit Thomas Rixen

rixenThomas Rixen ist Professor für Internationale und Vergleichende Politische Ökonomie am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin. Zuvor war er Professor für Politikfeldanalyse an der Universität Bamberg (2012-2019) und Postdoktorand am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) (2007-2012). Er promovierte an der Jacobs University Bremen mit einer Arbeit zur internationalen Steuerpolitik (The Political Economy of International Tax Governance, Palgrave/Macmillan 2008) und studierte in Bonn, Hamburg, Paris und Ann Arbor Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre. Seine politökonomische Forschung und Lehre liegt insbesondere in den Bereichen Globalisierung, institutionalistische Theorie sowie Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik. Er hat ein großes Interesse an Fragen der Verteilungs- und Steuergerechtigkeit. Mehr Informationen: thomasrixen.eu

Fragen nach der gerechten Verteilung von Einkommen und Vermögen sowie ihrer Besteuerung stehen immer wieder im Fokus der politischen und öffentlichen Aufmerksamkeit. Gerade in den letzten drei Jahrzehnten beobachten wir in den entwickelten, marktwirtschaftlich organisierten Demokratien einen deutlichen Anstieg der ökonomischen Ungleichheit. Dabei wird insbesondere der Anstieg des Reichtums des obersten 1% immer wieder kritisch in den Blick genommen. Wie konnte es dazu kommen? Wieso haben gerade die Krisen der letzten Zeit (Finanzkrise und Coronapandemie) diesen Trend noch weiter verstärkt? Welche Rolle spielt dabei die Steuerpolitik, der internationale Steuerwettbewerb und wie könnte die Steuerpolitik helfen, den Trend umzukehren? Um Antworten auf diese aktuellen Fragen zu finden, wollen wir aber auch Grundsätzliches diskutieren: Warum gibt es überhaupt Steuern? Welche Rolle spielen sie in einer kapitalistischen Wirtschaft? Wie ist ihr Verhältnis zur Demokratie? Und wie sähe das aus – ein gerechtes Steuersystem?

12. Juli 2022 – Einblicke in die Neuroethik mit Orsolya Friedrich

© Foto: Marek & Beier Fotografen

Orsolya Friedrich ist Juniorprofessorin für Medizinethik am Institut für Philosophie der Fernuniversität in Hagen. Sie leitet hier eine Emmy Noether Forschungsgruppe, in der Besonderheiten sowie Folgen neuartiger Interaktionen zwischen Menschen und Maschinen aus philosophischer Sicht untersucht werden. Nach Ihrer Promotion in Medizin und Philosophie vertiefte Frau Friedrich ihre Forschung zu Fragen aus dem Bereich der Technikphilosophie, aus der Medizinethik sowie innerhalb des Themengebiets Ethik der Neurowissenschaften.

Neurowissenschaften ermöglichen rasant zunehmende Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Um nur einige Beispiele zu nennen: Die tiefe Hirnstimulation, bei der man Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Krankheitsbildern aus therapeutischen Gründen Elektroden ins Gehirn implantiert; oder Neurotechnologien, die Informationen über Aktivitäten des Gehirns bereitstellen und diese dazu nutzen können, bestimmte Geräte zu steuern. Neben den vielen Vorteilen, die mit diesen Entwicklungen verbunden sein können, entstehen gleichzeitig aber auch etliche anthropologische und normative Fragen. Solchen widmet sich die Neuroethik, ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das sowohl auf der Ebene des Individuums wie der Gesellschaft die neuen Phänomene und Fragen diskutiert.

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